Re: Und zu dem Fight ... (Borussen)

verfasst von deepthought(R) - 12.06.2018, 14:46:51

Naja, kann ich nachvollziehen, halte ich trotzdem für einen Irrglauben und für nicht ganz ungefährlich.
Begründung: Es sollte eben - wie Du selber schreibst - kein Meinungsforum sondern ein Diskussionsforum sein. Diskussion in diesem Sinne ist schön und gut und es mag Spaß machen Dinge auszufechten, sich innerhalb gewisser Regeln "Dinge um die Ohren zu hauen" und seinen Standpunkt besser als der Andere zu vertreten. Es mag auch bis zu einem gewissen Grad gewinnbringend im Resultat sein. Es wird aber dann gefährlich/problematisch, wenn das in den Vordergrund rückt und dominiert.
Für mich aber steht im Vordergrund, wenn Diskussion bedeutet, dass man gewillt ist, gemeinsam nach der Wahrheit zu suchen und auf der Grundlage der Argumente bereit ist, auch eigene Sichtweisen zu überdenken und anzupassen.
Sehe ich in den Foren mittlerweile viel zu selten bzw. kam nicht. So gut wie jeder hat seine bereits vorgefertigte Meinung und sucht überall nach weiteren Fakten, die seine (bereits feststehende) Meinung untermauern und belegen. Das Forum dient dann schlicht nur noch dazu seine Meinung abzuladen und fertig.
Nehmen wir das Grifo-Beispiel: Es mag blöd sein, ihn gehen zu lassen. Wo aber findet eine wirkliche DISKUSSION darüber statt, dass Eberl vielleicht auch gute Gründe und Überlegungen dazu hat? Eine wirkliche Diskussion - die den Namen auch verdient - entwickelt sich nicht.
Ich nehme mich da grundsätzlich auch überhaupt nicht von aus. Auch ich werde ähnliche Muster haben, mit MEINER Meinung umzugehen und diese für universell richtig zu halten. Auch ich mache wahrscheinlich das, was ich anderen vorwerfe.
Ich bleibe aber dabei, dass ich den derzeitigen Status quo wie "diskutiert" oder wie eben nicht diskutiert wird, für schwachsinnig, blöde, gaga oder Unsinn halte. Und mein eigener Anteil daran ändert in meinen Augen nichts an dem Missstand an sich und der lautet: Es finden eben keine wirklichen Diskussionen mehr statt, weil es eben nicht mehr darum geht, gemeinsam auf die Suche nach der Wahrheit zu gehen.
Und es geht bei der "Wahrheit" - wie oben von Dir angedeutet - eben nicht darum, dass sich mit der Zeit unbedingt zeigen wird, welche Seite denn jetzt recht hat. Geschichte wird von Siegern geschrieben. Das hat aber mit der Wahrheit nur bedingt zu tun. Ich selber halte Hecking für biederen Durchschnitt und mag den Typen überhaupt nicht. Wenn der jetzt aber mit uns Deutscher Meister wird, weil Bayern kriselt, wir einen sagenhaften Lauf wie Lautern bekommen und zwei neue Reusse auftauchen, dann ist das ebenso wenig die zwingende Wahrheit, dass Hecking ein Super-Trainer ist wie andersrum...
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  • Re: Und zu dem Fight ... - deepthought - 12.06.2018, 14:46:51
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