Moin. Ich verstehe den Optimismus nicht. (Borussen)

verfasst von superpro(R) - op de Brand - 19.02.2018, 08:58:10

Ja, wir waren gestern optisch überlegen. Aber wie kam denn diese Überlegenheit zustande?
Wir haben viele zweite Bälle gewonnen. Wenn der Ball mal in der gegnerischen Hälfte über drei oder vier Stationen lief, dann sah das nicht nach gezielten Spielzügen aus.
Es war Einsatz und Kampf da. Aber das sind die Grundvoraussetzungen zur Ausübung des Berufes Profifußballers. Damit sehe ich auf so einem Rasen gegen eine spielstarke Mannschaft automatisch gut aus.
Aber, von hinten heraus ist unser Spiel auf Zufall aufgebaut. Wir haben keine Automatismen im Spiel nach vorne, außer dem, dass der Ballführende in der Vorwärtsbewegung froh ist, wenn er ihn weg hat.
Wenn man der Auffassung ist, dass man eine hohe individuelle Qualität besitzt, dann baue ich mein System darum auf.
Man schimpft immer über Robben, dass er nur einen Trick könnte. Außen beschleunigen, dann abbrechen, in die Mitte ziehen, schießen oder steil spielen.
Ja, das ist das, was er kann. Aber das kann er sehr gut. Und über diese Qualität baut Heynckes sein Angriffsspiel auf der rechten Seite auf. Laufwege werden angepasst und optimiert. Dann ist das irgendwann nicht mehr zu verteidigen.
Sowas haben wir nicht. Wir haben hier und da individuelle Qualität, die aber verpufft, weil sie nicht ins Mannschaftsgefüge eingebunden ist.
Und bei der Abschlussquote kann man nur noch mit dem Kopf schütteln.
Ja, man kann mal eine schlechte Phase haben. Das kann auch mal über 7,8, oder 9 Spiele gehen bei einzelnen.
Aber Hazard ist im Torschuss seit einem Jahr unverändert. Man kann bereits vor dem Schuss voraussagen, wohin der Ball geht.
Stindl, Herrmann etc., man hat das Gefühl, sie haben Panik vor dem Schuss.
In der Masse frage ich mich, ob im Training auch mal konsequent an den Abschlüssen gearbeitet wird?
Das ist irgendwann Kopfsache. Und die Sicherheit hole ich mir nur über gelungene Aktionen. Dann lasse ich die im Training 100x auf die Hütte zimmern. Solange, bis das Gefühl da ist, "ich habe alles dafür getan. Mehr geht nicht."

Ich bin der Meinung, man sollte sich nicht zu sehr in Sicherheit wägen. Der Relegationsplatz ist nur noch 8 Punkte weg. Und das Momentum spricht nicht für uns.
Je mehr dieser Abstand schmilzt, desto schwieriger wird es, Fußball zu spielen.
Wir wären beileibe nicht die erste Mannschaft, der sowas das Genick bricht.
Das muss nicht zwingend Abstieg heißen. Aber eine Abschlussplatzierung zwischen 12 und 14 wäre für die Entwicklung der Mannschaft eine Katastrophe.

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Dummheit ist auch eine Art von natürlicher Begabung.

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