Ich bin aber mittlerweile dabei, das auch etwas (Borussen)

verfasst von superpro(R) - op de Brand - 09.11.2017, 09:48:13

differenzierter zu sehen.
Auf der einen Seite bin ich auch dabei, dass Diskriminierung in der Sprache beginnt.
Trotzdem ist ein Zigeunerschnitzel ein Zigeunerschnitzel, wenn es im Restaurant so auf der Karte steht, dann bestelle ich das auch so. Keinem Roma, keinem Sinti käme es in den Sinn, hier eine Art der Diskriminierung zu sehen. Kann ich mir einfach nicht vorstellen.
Wenn ja, würde ich ihm versuchen zu erklären, dass es in diesem Fall ein Begriff ist, der in seiner Bedeutung nicht rassistisch besetzt ist.
Da könnte ich jetzt hunderte Beispiele aufzählen.
Auch glaube ich, dass wir uns hier zu sehr sensibilisieren. Und das birgt eine Gefahr. Nämlich, dass wir uns nicht mehr spontan und ehrlich ausdrücken. Bei allem überlegen wir mittlerweile zweimal, ob und wie wir etwas sagen sollen. Gut, manchmal ist das besser. ;-)
Wo es mir aber teilweise richtig schwer fällt ist, wenn ich meinem zweidreiviertel Jahre alten Sohn erklären soll, warum man gewisse Begrifflichkeiten nicht verwenden soll.
Wenn in einem Buch ein Mensch schwarz gezeichnet ist, dann ist das für ein Kind in diesem Alter ein Schwarzer und kein Farbiger.Er kann noch nicht differenzieren. Er kann mit den Begriffen Rassismus, Abgrenzung noch nichts anfangen.
Was ich aber bemerkt habe. Für ihn ist es selbstverständlich, dass es ein Mensch wie jeder andere ist. Da gibt es keine Vorurteile, keine Abstufungen. Er sieht nur anders aus. Nicht mehr und nicht weniger. Um ihn von anderen Figuren zu unterscheiden benutzt er das für ihn offensichtliche Merkmal.
Und das zeigt mir eigentlich, dass wir uns diesem Problem anders nähern müssen.
Vielleicht müssen wir nicht versuchen, die Unterschiede zu umgehen, sondern die Gemeinsamkeiten stärker betonen.

Grüße

---
Dummheit ist auch eine Art von natürlicher Begabung.

Antworten auf Posting:
1704 Postings in 34 Threads, 871 registrierte User, 48 User online (0 reg. User, 48 Gäste)