Zukunft von Hecking (Borussen)

verfasst von Flear(R) - Kent, UK - 15.04.2018, 11:18:23

Die Saison ist für uns nun realistischerweise vorbei. Es geht "nur" noch um den einstelligen Tabellenplatz.
Ich komme in den letzten Wochen mehr und mehr zu der bitteren Erkenntnis, dass es besser wäre, Hecking am Saison Ende frei zu stellen. Möchte mir das endgültige Urteil aber für nach der Saison vorhalten.
Nach wie vor halte ich ihn für einen guten Trainer. Doch es überrascht mich, wie schnell der Kredit, den ich ihm zugestehe verrinnt.
Ich bin nicht der Meinung, dass ein anderer Trainer eine Garantie gibt, es besser zu machen (Nagelsmann, Weinzierl oder Trainer X.) Auch glaube ich nicht, dass Hecking so schlecht ist, wie er hier gemacht wird. Man wird nicht Vizemeister, nur weil man de Bruyne hat und die Arbeit in Aachen, Hannover oder Nürnberg war nun auch nicht von solchen Phasen bestimmt wie wir sie im Moment erleben.
Es gibt Widrigkeiten was die Kaderzusammenstellung angeht, das Verletzungspech und sportliche Krisen, die unvorbereitet kommen und durch die man dann einfach durch muss. Entweder zieht man die Lehren daraus und kann unbeschadet weiter machen, oder man muss sich eingestehen, dass es doch Gründe hat, die mit einem anderen Trainer besser angegangen werden können. So wie es Klopp in seiner letzten BVB Saison gemerkt hat.
Sollte also die Überzeugung bei den Verantwortlichen da sein, dass man die Hauptgründe für die bescheidenden Leistungen kennt, diese nicht dem Trainer anzulasten sind und man sie im Sommer beheben kann, dann kann man es noch einmal mit Hecking versuchen. Aber da gibt es ein großes Aber:
Die Stimmung im Umfeld, ist sehr negativ gegenüber Hecking. Vielleicht in etwa so, wie es Jens Keller auf Schalke erlebt hat (trotz sportlichen Erfolges). Es wäre zum jetzigen Zeitpunkt sehr fraglich ob das Umfeld diesen Weg mitgehen würde oder ob beim ersten Anzeichen von Misserfolg die Unruhe von vorne beginnt. In diesem Fall hätte es dann keinen Sinn mehr mit dem Trainer - ungeachtet des Vertrauens in ihn - und er müsste geopfert werden.
Sollte es die Möglichkeit geben einen internen Topkandidaten zu verpflichten (entweder einen Überflieger wie Nagelsmann oder einen Trainer X, den Eberl schon länger auf dem Schirm hat wie damals Favre), dann sollte man es wohl tun. Aber Hecking zu entlassen, nur um seiner selbst Willen, um dann irgendeinen der gerade frei ist einzustellen, wird nicht die richtige Lösung sein können.
Für mich persönlich ist es schwierig zu sagen was ich in den nächsten 4 Wochen erwarten soll. Denn ganz ehrlich. Nach den Eindrücken von gestern habe ich das Gefühl mit Hecking falsch gelegen zu haben. Auf der anderen Seite wuerde ich es ihm sehr gönnen es doch bei uns zu packen.
Aber 12 Punkte aus 13 Spielen ist schon unfassbar ernüchternd und die Argumente gehen aus. Ich wäre wohl bereit ihm noch eine Chance einzuräumen wenn wir jetzt hinten heraus eine wirklich starke Phase starten könnten. Minimum 9 Punkte noch und eine gute Leistung in dem Spiel, in dem wir nicht punkten. Dann könnte man zumindest wieder optimistisch nach vorne schauen, würde sehen dass die Mannschaft für den Trainer spielt und sich trotz fehlenden sportlichen Zielen noch mal eingeschworen hat. Man hätte dann trotzdem noch 5-6 Punkte zu wenig in der RR geholt, könnte das aber zumindest noch mit verschiedenen Erklärungen hinbiegen. Weniger als 20 Rückrundenpunkte sind aber schlicht nicht akzeptabel (Verletzte hin oder her) und man braucht keine Ausreden zu bemühen.
Dann ist man gescheitert.

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Unten im Dorf nannte man sie die drei Narren, obgleich man sie nicht ungern sah.

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