Man kann schon ins Grübeln kommen (Borussen)

verfasst von Sarastro(R) - Entenhausen - 05.02.2018, 14:45:16

Klar ist der US-Sport von komplett kommerzialisiert; das aber offen und ehrlich. Niemand gaukelt Dir vor, dass da "Echte Liebe" praktiziert wird. Es geht um ein Franchise, dass für seinen Eigentümer spielt und Geld reinbringen soll. Gelingt das nicht, wird der Laden zugemacht bzw. über den halben Kontinent verlegt.

Auf der anderen Seiten können die auf vieles verweisen, was im Fußball mittlerweile fehlt: Viele Spieler bleiben ihre gesamte Karriere bei einem Team. Es gibt damit noch Identifikationsfiguren. Wenn es hoch kommt wechselt ein Spieler vielleicht zwei Mal. Ablösesummen von 222 Millionen sind absolut undenkbar. Die Spieler wollen nicht ständig woanders hin, weil es da mehr Kohle geben könnte, sondern die Gehälter sind einheitlich.

In den letzten 10 Jahren gab es 9 verschiedene Super-Bowl-Gewinner. Und dabei regen die sich über die angeblich unerträgliche Dominanz der Patriots auf. Die Bundesliga hatte in der gleichen Zeit 3 verschiedene Meister.

Der Jugend- und College-Bereich wird streng geschützt. Die Spieler sollen zumindest auf dem Papier eine ordentliche Ausbildung machen. Natürlich letztlich auch aus wirtschaftlichem Interesse, aber im Fußball werden 16-jährige für 20 Millionen über den halben Globus verkauft.

TV- und Sponsoren-Gelder sowie Spieler werden so verteilt, dass jedes Team ne Chance hat und früher oder später wieder nach oben kommt. Klassengesellschaft ist im Fußball Standard.

Ja, man darf den Sport trotzdem total scheiße finden und man sollte den Wert einer gewachsenen Fankultur höher schätzen. Aber auf der anderen Seite scheinen die auf einer übergeordneten Ebene, was die Organisation von Liga und Verband angeht, mehr richtig zu machen.

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In meinem Kopf hat es gerade noch Sinn gemacht.

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